MOTORPSYCHO - Bürgerhaus Stollwerck Köln

17.04.2012 / Oldies but Goldies

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Zuerst wollte ich nur über die ignoranten Kölner schreiben, die mich schon das eine und andere Mal um den Verstand gebracht haben. Aber ich versuche mich nur auf die Musik zu konzentrieren.

Motorpsycho gaben sich die Ehre, eines ihrer sehr raren Konzerte zu spielen. Nach über 20 Jahren in der Musikbranche muss man ja auch nicht mehr wie ein bekloppter rumtouren. Wenn dann ein Konzert ansteht, sollte man dieses auf jeden Fall besuchen. Diesmal im Bürgerhaus Stollwerck in Köln. Eine für mich völlig neue Location, die sich aber sehen lassen kann. Die Norweger haben mich ja schon letztes Jahr auf dem Sonnenrot-Festival völlig an die Wand gespielt. Daher waren meine Erwartungen an den Abend natürlich hoch.

Enttäuscht wurden mein Bruder und ich nicht. Aber ich hatte vorher schon vermutet, dass sie einiges, um nicht zu sagen alles, ihrer neuen Platte spielen würden. Dazu muss man wissen, dass die neue Platte ein Konzeptalbum ist und man nicht ohne weiteres einzelne Stücke daraus spielen kann. Alles hängt irgendwie zusammen und ist miteinander verknüpft. Die Lieder haben kein Ende und dehnen sich ins unendliche aus. Das hatte zur Folge, dass auch die schwachen Stücke der Platte gespielt wurden. Aber starke Stücke wie “The Hollow Lands” oder “Mutiny!” waren auch dabei. Ich habe mich definitiv 30 Jahre in der Zeit zurückversetzt gefühlt. Die Hammond Orgel, die Zottel Haare und die Kontragitarre mit ihren zwei Hälsen trugen viel dazu bei. Nach sagenhaften 2 Stunden kamen dann noch 2 Zugaben. Und “Starhammer” mit allein 12 Minuten Länge war der krönende Abschluss des abends auch wenn ich noch gerne “Wishing Well” gehört hätte.

Das nächste Mal wünsche ich mir wieder mehr alte Lieder, da die neuen doch recht anstrengend sind. (Lemmy)

BEWERTUNG: 8/10

www.motorpsycho.fix.no

FRANK TURNER - Unionhalle Frankfurt

01.04.2012 / … and the Sleeping Souls

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500 km Anreise war uns der gute Frank wert, da wir ihm leider im Dezember in Hamburg nicht die Ehre erweisen konnten. Und er zahlte es Cent für Cent zurück und schaffte es innerhalb von Sekunden die dem Vorabend geschuldete Müdigkeit zu vertreiben.

Von der ersten Sekunde an Vollgas auf der linken Spur und Dauerlichthupe eingestellt, so dass nicht einmal der Altehrwürdige Renato DeGusto was zu mosern gehabt hätte. Denn mit langsamen Singer/Songwriter-Gedöns hatte das wenig gemein.

Und auch so hätten wir den jungen El Cholerico Ragusto gut gebrauchen können, denn der einzige Makel an dem sehr guten Konzert war der stinkende Vollhorst vor uns, der das Konzert zwar angemessen feierte, dabei aber allen im Umkreis von 25 Metern auf den Sack und vor allem auf die Füsse ging.

Also Danke an Frank Langusto.

BEWERTUNG: 9/10

www.frank-turner.com

WE WERE PROMISED JETPACKS - Das Bett Frankfurt

27.01.2012 / Holy Shit

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Normalerweise benötige ich keine 2,5 Wochen, um einen Bericht zu schreiben. Aber ich bin erst gestern aus meinem Konzert-Flash aufgewacht. Es mag sein, dass ich auf irgendeiner “We Were Promised Jetpacks” Wolke Schwebe, aber die Jungs machen zur Zeit alles richtig. Natürlich völlig subjektiv betrachtet.

Schon an meinen Platten-News konnte man feststellen, dass die neue Scheibe (in meinen Augen) ein wahnsinniger Kracher ist. Da freut man sich doch umso mehr auf ein Konzert.

Das Bett in Frankfurt ist bekannt für seine eher schnuckeligen und kleinen Konzerte, die selten ausverkauft sind. Heute erschien mir das anders. Volles Haus, was aber nicht bedeutet, sein Gewicht ständig von einem auf den anderen Fuß verlagern zu müssen, da man sich keinen cm mehr bewegen kann. Die Vorband bestand aus einer frankfurter Combo, deren Name ich vergessen habe. Sie wirkten bemüht, mehr mag ich nicht sagen.

Dann kamen die schottischen Jungs auf die Bühne. Sie wirken immer so “bubihaft” und unschuldig, doch wenn es dann losgeht, mag man kaum glauben, dass aus dem kleinen, etwas fülligeren Sänger so eine Stimme kommen kann. Angefangen haben sie mit dem Song “Sore Thumb”, der erst instrumental anfängt, bis der Sänger Adam Thompson leise anfängt zu singen, um dann ab Minute 3 zu explodieren. Wahnsinn. Von der neuen Platte haben sie alle Knaller gespielt - also alles. Besonders das Lied “Medicine” ist für mich stellvertretend für einige Songs auf der Platte. Ein Rhythmus aus Schlagzeug und Bass, der einen nicht loslässt. Dazu die Gitarren, die mir Gänsehaut bescheren. Es gab in den 90 Minuten keine Sekunde, die Langweile hat aufkommen lassen. Jedes Lied war gut gespielt, auch wenn Adam sich für seine schlecht gestimmte Gitarre entschuldigt hat. Übel genommen hat ihm das keiner. Gesagt haben die Schotten auch nicht viel, was für sie spricht, da sie Musik machen wollten. Klassiker der alten Platte haben sie natürlich auch gespielt. “It’s Thunder and It’s Lightning”, “Ships With Holes Will Sink” und natürlich “Quiet Little Voices”

Bei “Boy In the Backseat” war mir klar, dass die Jungs heute ohne Zugabe von der Bühne gehen werden, weil sie ALLES gegeben haben. So kam es dann auch. Mein Bruder sagt danach nur so etwas wie “unfassbar”… Und meinte unfassbar genial.

Das wird mir lange, lange in Erinnerung bleiben.

BEWERTUNG: 10/10

wewerepromisedjetpacks

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