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Konzerte

REPTILE YOUTH – Hafen 2 Offenbach

17.11.2012 / … danish dynamite

reptile_youth_2012

Beim Konzert der Reptile Youth hätte die Dramaturgie nicht besser sein können: gestartet wurde mit dem Song Black Swan Born White und mit Speeddance wurde die Bühne verlassen. Eine wunderbar passende Inszenierung – schon lange nicht mehr solch eine energiegeladene Liveshow gesehen. Danke Torsten, für’s Geburtstags-Ticket und danke Intro, für den tollen RY-Bericht.

Reptile Youth sind der Sänger Mads Damgaard und der Bassist Esben Valløe aus Kopenhagen/Dänemark – glasklarer Gesang gepaart mit treibenden Electro-Guitar-Drum-Bass-Sounds. Live werden sie von den Musikern der Gruppe Broke unterstützt, die auch als Support-Act dienten. Und es war genau so, wie man es in diversen Musikmagazinen vorher lesen konnte. Sänger Mads Damgaard sprang bereits während des zweiten Songs von der Bühne in die erste Reihe – und die Hafen 2 Bühne ist nun wirklich nicht hoch. Dieser erste Energieausbruch sollte an diesem Abend nicht der letzte bleiben. Das Publikum tanzte auch von der ersten Minute an mit, da es bei dieser Musik auch gar nicht anders möglich ist. Die Musikeinflüsse erkennt man in den elektronischen Sachen der Neunzigern und dem DIY-Punkrock zum Mitsingen. Daraus entsteht ein neues Ganzes, was man als Organic Electropunk bezeichnen könnte. Sehr inspirierend!

Immer wieder verirrte sich Mads Damgaard zwischen dem tanzenden Publikum, um seine überflüssige Energie an uns weiterzugeben. „Diese Ausbrüche haben eine therapeutische Wirkung auf mich“, sagt er selbst darüber. Ich kann dies nur unterschreiben, da wir ihn nach dem Konzert am Merchandise-Stand als ganz ruhigen und ausgeglichenen Menschen wahrnahmen.

Schaut euch Reptile Youth unbedingt mal live an, es lohnt sich!

Hier noch ein paar Tourdaten:
21.11. Mannheim, Feuerwache
22.11. Münster, Gleis 22
23.11. Berlin, Magnet
24.11. Leipzig, Audio Invasion Festival
26.11. Dresden, Beatpool
12.12. Hamburg,
Uebel & Gefährlich

… cause we are Reptile Youth!

BEWERTUNG: 10/10

reptileyouth.com
facebook.com/reptileyouth

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Konzerte

ABSTRACT ARTIMUS – Dreikönigskeller Frankfurt

25.10.2012 / … so geht Rock’n’Roll

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Es dauerte genau ein Jahr, bis dieses Konzert endlich stattfinden konnte – und es sollte eines meiner intensivsten werden.

Artimus kommt aus Manhattan und bedient rein optisch so ziemlich alle Rock’n’Roll-Klischees: lange Haare, langer ZZ-Top-Bart und viele Tattoos. Aber so wirklich konnte man sich nicht vorstellen, was dann auf der Bühne passieren wird, da er ein sehr lieber, netter und kommunikativer Mensch ist – er wechselte, glaube ich, mit allen 30 Gästen persönlich ein paar Worte. An dieser Stelle nochmals ein dickes Dankeschön an Euch alle, die das Konzert von Artimus im Dreikönigskeller besucht haben. Ihr seid einfach die Coolsten. Ein ganz besondere Dankeschön geht an Beate: vielen Dank für deine tatkräftige Unterstützung und dein Verständnis. Danke Stefan fürs Filmen. Und danke DKK für die wunderbare Location.

Zurück zum Konzert. Um 22:15 Uhr ging’s dann endlich los. Mit einem kurzen Intro startete um 22:15 Uhr die Abstract Artimus One-Man-Show. Er kam kurz darauf mit einem Glitzer Umhang bekleidet durch den Raum auf die Bühne gestürmt, um gleich zur Jackie Flasche zu greifen. Es war so, als legte man bei Artimus einen Schalter auf „Rock’n’Roll“ um. Und jetzt erfüllte er auch auf der Bühne alle anderen Rock’n’Roll-Klischees: wie wahnsinnig Gitarre schrubben, andauernd „FUCK“ ins Mirko brüllen, Jack Daniel’s und Bier saufen, Mädels für sich auf der Bühne tanzen lassen, etc. Und keiner aus dem Publikum hatte Weed für ihn.

Musikalisch war es ebenfalls der Hammer und es klang live auch besser, als auf CD. Der Sound im Dreikönigkeller kam der Musik von Artimus entgegen – alles wirkte voller und satter. Bei der nächsten Produktion muss unbedingt ein fettes Studio für sein Mastering herhalten. Das Schlagzeug und die Bass Line kamen vom Laptop und somit konnte er sich voll und ganz auf sich, seinen Gesang, sein Gitarrenspiel und die Zuschau/hörerschaft konzentieren. Ganz große Show – so geht Rock’n’Roll.

Zu guter letzt holte er, in guter alter Rockstar-Manier, alle Mädels auf die Bühne, um sie für sich tanzen zu lassen. This is the last fuckin‘ dance song for tonight. Dance girls, dance!

Dankeschön Artimus, es war großartig! To be continued.

BEWERTUNG: 10/10

abstractartimus.com
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Platten-News

Platten News – BOTTLECAP

BAND:
Bottlecap

ALBUM TITEL:
Bottlecap

STIL:
juicy in-your-face-rock with a touch of ADHD

KLINGT WIE:
irgendwie NEU, aber trotzdem vertraut. RAWWW.

DIE BESTEN SONGS AUF DER PLATTE:
Set Me On Fire
Wretches
Shake My Hand
The Torch
Soma
(und alle anderen)

Schweden meldet sich mit Bottlecap, einer jungen neuen Band, im Rock-Universum zurück. Die drei Musketiere Johan Reiman (Bass & Vocals), Gustav Påhlsson (Guitars & Vocals) and Marcus Nilsson (Drums) gründeten ihre Band im Jahre 2008 in Göteborg und spielten dann erst einmal zwei Jahre rund um die Stadt herum, um ihren ganz eigenen Stil zu entwickeln. Er klingt sehr vertraut, erinnert an 70er Jahre Hard Rock, gepaart mit Stoner Rock Einflüssen und etwas Motörhead. Die Songs sind allesamt sehr intensiv, rau und vom Sound her extrem satt produziert. Ihr Debütalbum „Bottlecap“ wird am 13. Oktober 2012 auf Muther Music veröffentlicht. Auf dem Video zur Single „Wretches“ bekommt man einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns mit Bottlecap im Frühjahr 2013 Live bevorsteht: „They do it hard, they do it funny and they are chewing the stage floor like there’s no freaking tomorrow.“

Also, Album kaufen und abrocken – wir halten Euch auf dem Laufenden.

bottlecapband.com
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Konzerte

JAPANDROIDS – Zoom Frankfurt

27.08.2012 / … another Zwei-Mann-Kapelle

japandroids

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf die beiden sympathischen Kanadier aus Vancouver gestoßen bin – war es das Intro, das Visions oder das auf-der-Suche-nach-neuer-Musik-surfen im Netz?! Egal, ich hörte mir ihre letzte Scheibe an und war nach den ersten beiden Liedern so begeistert, dass ich gleich mal schauen musste, ob sie nicht irgendwo in der Nähe live unterwegs sind und sie da, sogar in Frankfurt.

Da Konzerte alleine nicht so viel Spaß machen, als mit musikbegeisterten Freunden, fragte ich mal rum und konnte Matze und Henning von den musikalischen Qualitäten der Japandroids überzeugen. Das neue Zoom, ehemals Sinkkasten, hatte ich auch noch nicht besucht und somit wurden mit der Gruppe und der Location, zwei Fliegen mit einer „Rock“klappe geschlagen.

Als Support-Act dürften The Munitors aus „Friedbersch“ ran. Die Jungs spielten eine erfrischende Mischung, die an die frühen Sachen der Arctic Monkeys und an Bloc Party erinnerten. Echt nett. Und hätten sie sich nicht auf Deutsch vorgestellt, wären sie bei und glatt als Briten durchgegangen. Da könnte was Großes draus werden, wenn sie etwas selbstbewusster auftreten würden, denn die Songs haben potential.

Das Zoom war jetzt gut gefüllt, als Brain King (Gitarre, Gesang) und David Prowse (Drums, Gesang) zum Soundcheck auf die Bühne traten. Kurze Zeit darauf hielt Brain erst einmal eine kleine Ansprache ab, wo er die Japandroids vorstellte und über das informierte, was uns in den nächsten 80 Minuten erwarten sollte. Uns lag ein „Gut jetzt – spielt endlich“ auf den Lippen, aber dann drosch auch schon David auf seine Snare und es gab ein Rock’n’Roll Feuerwerk vom Feinsten. Mit Adrenalins Nightshift starteten sie ihre Reise voller Leidenschaft durch ihre bisherigen drei Alben. Der durchschlagende rauhe Sound funktionierte im Zoom wunderbar. Die anderen Zuschauer waren genau so beeindruckt wie wir, was zwei Menschen, mit nur zwei Instrumenten in der Lage sind zu rocken und zu begeistern. Eine weitere Band, die sich in meine Zwei-Mann-Kapellen-Sammlung gespielt hat. Und sorry Tommes, es machte uns überhaupt nix aus, dass vor jedem Songs immer etwas über die Songs erzählt wurde. Es war ja auch kein dummes Amimationsgequatsche à la Die Happy und Konsorten.

Eine Ballade, Continuous Thunder, gab es dann auch, aber da wurden alle Jungs von Brain zum Bier holen geschickt. Sehr nette Aufforderung, der wir sofort nachgingen. Meine persönlichen Song Highlights waren unter anderem The House That Heaven Built und der Gun Club Klassiker For The Love Of Ivy.

Zum Setabbau lies es sich der langhaarige Mischer, nicht nehmen seine ganz persönliche Musik aufzulegen, nämlich den übelsten Death Metal, den man sich vorstellen kann – irgendwie aber auch sympathisch. Ein rundum gelungener Rockabend ging zu Ende und das in Frankfurt.

BEWERTUNG: 10/10

japandroids.com
facebook.com/themunitors

Tipp: Schaut öfters mal ins Zoom-Programm, da spielen echt gute Bands und die Location bekommt auch 10 Punkte.

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Festival

PHONO POP – Rüsselsheim

21.07.2012 / Ist das noch Pop?

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Meine ersten Erfahrungen mit dem Phono Pop Festival sind sehr lange her (Headliner Sub7even). Schon damals war ich begeistert von dem kleinen übersichtlichen Festival in einer tollen Location. Wie fast alle Festivals ist auch das Phono Pop gewachsen und es musste sich an die gestiegenen Besucherzahlen anpassen. Schon seit ein paar Jahren gastiert es nun im „Opel Altwerk Innenhof“, und das ist fantastisch. 2 kleine Bühnen durch kurze Gehwege getrennt, inmitten alter Fabrik- und Bürogebäude.

Das Lineup glänzt immer wieder durch neue (für mich) unbekannte Bands und feine Highlights. Letztes Jahr waren zum Beispiel „Junip“ am Start und das Jahr davor „Friska Viljor“ und  sogar international bekannte Bands wie „Portugal. The Man“ haben hier schon gespielt. Also kein Dorf und Wiesenfest.

Dieses Jahr stand für mich fest, dass ich „We Were Promised Jetpacks“ noch mal unter freiem Himmel sehen will. In der Halle hatten sie mich dieses Jahr ja schon gegen die Wand gespielt. Immer noch ein Highlight. Ich bin gegen 19.50 auf dem Gelände angekommen, weil sich die schwedische Band „Urban Cone“ recht interessant anhörten. Tatsächlich passte diese Band unglaublich gut in das „Pop Konzept“ des Festivals, was aber durchaus positiv gemeint ist. Interessante Synthie-Klänge, gemischt mit gutem Gitarrensound. Sehr sympathisch. Das Lied „Freak“ hat durchaus das Zeug zum Star. Danach kamen „Steaming Satellites“, eine Band aus Österreich. Aber das merkt man ihnen nicht an. Elektronische Beats treffen Schlagzeug und eine Stimme, die mich an den Sänger von „Borgenine“ erinnerten. Kennt kaum einer, muss man aber gesehen haben.

Aber dann kam das Highlight des Festivals (danke Marc) auf die Bühne. Den Jungs merkt man die Wucht die sie verbreiten nicht an. Kleine, unscheinbare, zierlich wirkende Schotten. Aber wenn sie anfangen und dann Songs wie „Quite Little Voices“, „Medicine“ oder „Boy In The Backseat“ spielen, überrollen sie einen mit ihrer Wucht. Bei dem Gedanken an den Abend und die Musik bekomme ich Gänsehaut. „It´s Thunder And It´s Lightning“ rundete den Abend komplett ab. Klar hätten es noch 20 Stücke mehr sein können. Aber überziehen darf nur der Headliner. Und das waren an dem Abend „Nada Surf“. Schande über mein Haupt. Aber ich habe die extrem sympathischen Jungs schon so oft gesehen, dass ich nach meinem persönlichen Highlight einfach in den Zug gestiegen bin und nach Hause in mein Bett wollte, um von Schottland zu träumen.

BEWERTUNG: 10/10

www.phonopop.de

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Konzerte

WOLFMOTHER – Capitol Offenbach

04.07.2012 / Familienausflug

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Eine große australische Band lud ins Capitol nach Offenbach ein, die Gebrüder Winter und Family Hopf folgten dieser gerne. Wann kommt schon mal was musikalisch wertvolles ins Rhein-Main-Gebiet? Das Capitol, eine der schönsten Spielstädten des Landes, war an diesem Abend jedenfalls ausverkauft.

Nachdem wir uns mit Getränken eingedeckt hatten, ging es schnurstracks an unseren Capitol-Stammplatz – direkt vor die Bühne. Es spielte gerade die Vorgruppe Sun and the Wolf. Die sind ist echt ein Geheimtipp für alle, die auf Psychedelic Rock mit Reverb-Gitarren stehen.

Was soll ich noch viel über den Hauptact schreiben? Wer mit einem Megahit wie „Woman“ sein Konzert startet, der hat richtig viel Vertrauen in sich, seine Band und sein Publikum. Wolfmother kann! Die hams einfach druff.

Herr Stockdale hat seine Bandkollegen oft in Improvisationen versinken lassen, war aber trotzdem jederzeit Chef im Ring. Es war einfach schön zu sehen, wie sehr alle Lust hatten, gemeinsam und mit voller Leidenschaft, für uns Rockmusik zu machen. Nach ca. eineinhalb Stunden verabschiedeten sie sich mit meinem absoluten Lieblingssong, Joker & the Thief. Noch ’ne gemeinschaftliche Verbeugung und dat war’s. Danke.

Emma hat es auch sehr, sehr gut gefallen. Jetzt hat sie endlich mal den Guitar Hero Song live und im Original erleben dürfen.

BEWERTUNG: 10/10

wolfmother.com
sunandthewolf.bandcamp.com

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Konzerte

BAND OF SKULLS – Nachtleben Frankfurt

31.01.2012 / … Sweet Sour.

Band of Skulls mal wieder im Nachtleben Frankfurt und Thilo war wie 2010 mit am Start. Wir verpassten leider die Vorgruppe „Dead Man’s Eyes“, weil ich mal wieder nicht rechtzeitig aus der Agentur rauskam. 20:00 Uhr is einfach zu früh für ein Konzert unter der Woche.

Das Wohnzimmer Nachtleben war gut gefüllt – beim nächsten Frankfurtbesuch werden sie wohl ne grössere Halle bespielen, also die familiäre Atmosphäre ein letztes Mal genießen.

Kellerlicht aus – Bühnenlicht an. Los ging es mit dem Titelsong des neuen Albums, „Sweet Sour“. Klingt eigentlich alles super, aber der Funke will auch nach drei, vier alten Nummern, nicht auf das Publikum überspringen. Die Stimmung war sehr unterkühlt, lag es etwa an den vorherrschenden Frankfurter Minusgraden? Oder doch an der Setlist? Spielerisch und soundtechnisch war alles fein – druckvoll, aufs wesentliche konzentriert, so wie Band of Skulls eben. Wieder mal sehr großartig.

Und es war doch die Setlist, denn erst zu „Hollywood Bowl“, dem 10. Song des Abends, ging zum ersten Mal etwas mehr, also nur leichtes Kopfnicken, ab. Mit „Light Of The Morning“, gefolgt von „Death By Diamonds And Perls“, den beiden Hammertracks der Debütscheibe, wurden wir dann doch noch voll bedient – Rock’n’Roll at it’s best. Zwei Zugaben gab’s noch. Mit „Impossible“ wurden wir nach eineinhalb Stunden wieder in die Kälte entlassen. Ach übrigens, die neuen Songs, des am 17.02. erscheinenden Albums „Sweet Sour“, klingen wonderful – bitte unbedingt kaufen!

Bis zum nächsten Mal – mit The Black Keys zusammen, im Herbst – und mit passender Setlist.

BEWERTUNG: 9/10

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Konzerte

THE BLACK KEYS – Arena Berlin

28.01.2012 / This is a The Black Keys concert review.

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Das beste Konzert des Jahres liegt hinter uns – was soll man noch darüber schreiben? Es waren ja mehr als 8.000 weitere The Black Keys Fans in der ausverkauften Arena in Treptow. Die war wirklich unendlich groß. Und ich dachte im Vorfeld noch: Es wird ein nettes kleines Konzert – aber es wurde ein fettes großes Konzert daraus.

Nachdem Beate, Geka und meine Wenigkeit vor der Halle ankamen, wurde uns schnell klar, The Black Keys sind nicht mehr die kleine unbekannte Band wie noch vor einem Jahr. Damals hatten wir schon die Tickets für Köln, aber sie sagten kurzfristig fast alle Europa Tourdaten ab, weil sie in den Staaten gerade richtig durchstarteten und in jede Late Show mussten. Eine halbe Stunde lang standen wir dann bei – 9 Grad am Einlass und verpassten somit den kompletten Auftritt von Portugal. The Man. Egal, die Umbaupausenmusik reichte, um uns mit 60’s Soul in Konzertlaune zu bringen.

Um halbzehn hieß es dann: Hello, we are The Black Keys! Erste goldene Liveband-Regel erfüllt. Und Feuer frei. Der Opener, „Howlin‘ For You“, war schon der absolute Hammer. Patrick Carney, der ja von sich behauptet, er spiele sein Schlagzeug eher wie ein Gitarrist, drosch wie ein Berserker auf sein Drums ein, dass sich jeder dazu bewegen musste. Und Bandkollege Dan Auerbach spielte dazu kraftvoll ungeschliffene Blues-Rock-Riffs. Seine Stimme klingt nach schwarzem Soul, die unglaublich gut abgemischt durchs weite Rund klingt. Unterstütz wurden die Keys von einem Tastenmann, der ab und an die Schweineorgel auspackte. Einen Bassisten gab es auch noch, der sich ebenfalls im wenig ausgeleuchtetem Hintergrund aufhielt.

Nach eigenen Nummern stand das Duo aus Akon, Ohio endlich ohne ihre Begleitkapelle auf den Bühne, wo sie ihr ganzes Können unter Beweis stellten. Ich finde es immer wieder bewundernswert, wie zwei Musiker es allein mit Gitarre, Schlagzeug und Gesang schaffen, so voluminös und fett zu klingen – grandios. „Tighten Up“ und „Lonely Boy“ bildeten die zwei letzten Lieder des regulären Sets, um dann noch einmal drei Zugaben-Songs als Duo zu spielen. Mit „I Got Mine“ und einem Lauflicht-The-Black-Keys-Schriftzug verabschiedeten sich die Herren nach eineinhalb Stunden und 21 Liedern von uns.

The Black Keys Live – jederzeit gerne wieder.

BEWERTUNG: 10/10

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Konzerte

STEREO MC’S – Batschkapp Frankfurt

18.12.2011 / … können auch in Rock.

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Vorweg: Richtig, ne Disco/Pop Band hat beim Rockblogg nicht wirklich was verloren, aber dieser Bericht hat trotzdem HIER seine Berechtigung, denn die Stereo MC’s waren mit Gitarre, Bass und Schlagzeug am Start – also doch irgendwie ROCK.

Wer hat „Connected“ oder „Step It Up“ nicht in seiner Jugend gehört? Man ist auf den Sound abgegangen bis zum Geht-nicht-mehr. Torsten und ich machten uns also auf in die Batschkapp, um uns etwas von diesem Felling zurückzuholen und ich muss sagen, es hat funktioniert.

Wir dachten am Anfang noch, oh, hier is ja garnix los. Will anscheinend doch keiner mehr die MC’s Live hören?! Aber dann, kurz vor Konzertbeginn, kamen doch noch einige der Damen und Herren von damals, um die Kapp zu füllen.

Um 21:15 Uhr ging’s (ohne Vorband) los. Rob Birch, der charismatische und immer irgendwie Stoned wirkende Sänger und sein Bandkollege, DJ Nick Hallam, waren vom Start weg voll da und hatten sichtlich Spaß am musizieren. Das coolste war, dass Rob B. sich ab und zu die E-Gitarre umhängte und richtig gut abrockte. Wir waren auch total begeistert vom klaren und satten Sound in der Halle, die Beats und Gitarrenriffs gingen durch den Kopf direkt in die Beine. Echt FETT. Unter anderem spielten sie folgende Kracher: „Connected“, „Step I Up“, „Ground Level“, „Deep Down and Dirty“ und den Hit des Abends, „Creation“, den wir überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatten.

Nach einer Stunde gingen sie zum ersten Mal von der Bühne, um vielleicht ne Tüte oder was anderes durchzuziehen. Dies wiederholte sich noch drei Mal, bis nach eindreiviertel Stunden dann endgültig Schluss war. Wir hatten den Eindruck, dass Sänger Rob Birch überhaupt nicht aufhören wolle – seine Bandkollegen mussten ihn regelrecht dazu zwingen.

Stereo MC’s können auch in ROCK’N’ROLL.

BEWERTUNG: 9/10

www.stereomcs.com

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Konzerte

JENNIFER ROSTOCK – Capitol Mannheim

15.11.2011 / Der schärfste Knackpo der deutschen Rockszene!

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Nachdem die Batschkapp ausverkauft war, machte ich die Not zur Tugend und kaufte mich für die „Mit Haut und Haar“-Tour ins Capitol Mannheim ein. In der Stadt muss ich ja eh gerade arbeiten. Natürlich kaufte ich die beste Kategorie, ohne zu wissen, was das ist. Als die Karte mit dem Aufdruck „Empore“ kam, wusste ich es. Mist, ich sitz doch nicht!

Checke am Abend im Hotel „Memo“ ein, nur ca. 5 Minuten vom Capitol entfernt. Auf den 5 Minuten liegt sogar noch ein McD auf dem Weg, Abendessen also gesichert.

Vor dem Capitol war wenig los, lag wohl daran, dass die Vorband schon angefangen hatte zu spielen. Bei einer Kippe frage ich das Mädel an der Abendkasse, ob ich mit der Emporenkarte auch in den Innenraum könnte. Muss mal sich vorstellen, ich frage das! Nun ja, einmal aus Unkenntnis der Location (bin das erste Mal hier), zum anderen werde ich alt und frage nun aus Höflichkeit.

„Innenraum ausverkauft, das geht nicht“ ist ihre Antwort. Ich blicke auf das Schild „Karten Innenraum ausverkauft“ und sage „OK“.

Mmh, teuer ist nicht immer gut, sage ich mir, doch als ich im Capitol drin stehe, merke ich, dass das ne üble Finte war, denn der Zugang zum Innenraum wird nicht kontrolliert, nur der Aufgang zur Empore.

Das Capitol MA ist die kleine Schwester des Capitols OF und sehr nett. Man fühlt sich gleich wohl und die Bierschlange ist nicht lang.

Die Vorband „IKF“ – Ich kann fliegen (bescheuerter Name) spielt Deutschrock – ganz passabel.

Nutze meine teuere Karte und gehe vom Innenraum hoch auf die Empore. Cooler Blick von oben, nicht viel los auf den Rängen. Unten sieht es voll aus. Nun ja, bei „Innenraum ausverkauft“ irgendwie logisch.

Als IKF irgendwie kurz innehalten und dann mit etwas Sepultura-artiges loslegen bin ich schwer begeistert. War nur ne kleine Einlage, aber sehr nett! Erinnert mich an Madsen mit „Roots Bloody Rotos“ beim RaR (Gruß an Jürgen!). Wenn Deutschrockbands immer so ne Einlage spielen, bin ich bei JR mal gespannt.

Bei den letzten Klängen von IKF geh ich schnell noch mal eine rauchen und hole mir auf dem Weg nach Vorne in den Innenraum mein 2. Bier. Draußen hatte ich im Gespräch mit einem Szenegänger erfahren, dass der Innenraum zur Bühne hin abfällt, was für einen tollen Blick auch von hinten sorgt. Bin begeistert, denn ich dachte mein Blick wäre wegen den kleinen 16-Jährigen so gut. Das Publikum ist jung: 60% < 20 Jahre, 30% < 30 und 10% ich und ein paar andere Opas.

Schlängele mich am rechten Rand durch die Menge und bin begeistert, dass ich rechts dann fast direkt vor der Bühne stehe. Wie sich im Laufe des Abends zeigen sollte, die absolut richtige Wahl.

Das Licht geht aus, der Spot auf den Drummer an und es geht langsam los. Da ich nur ein paar Lieder von JR wirklich kenne lass ich das mal auf mich zukommen, bzw. Sie. Denn die volltätowierte Sängerin muss ich mir mal anschauen. Deswegen bin ich hier.

Nach und nach kommen Keyboarder, Bassist und Gittarist auf die Bühne, alle in schwarzen Kapuzenpullis – wie ich.

Dann kommt Jenni auf die Bühne und sie ist echt scharf! In Ihrem Catsuit kommt ihr Knackpopo gut zur Geltung. Sie trägt ein Tuch über dem Kopf und hat an den Händen Taschenlampen, zum Song „Meine bessere Hälfte“ rotieren diese. Die Stimmung wird immer besser, beim ersten lockeren Lied hole ich mir schnell mein 3. Bier. Wie in Offenbach kommt man gut aus der Menge zum Bierstand und in Windeseile wieder zurück. Als ich wieder vorne bin fallen mir die beiden jungen Mädels neben mir auf, die abwechselnd das ganze Konzert mit filmen. Hallo? Ist das alles? Wir sind auf einem Konzert, naja, die Youtube-Generation.

JR integriert mehr und mehr das Publikum. Jenni kann ja schon ganz schön rotzig sein und animiert Jungs und Mädels zu Oberkörper frei. 5 Mädels ziehen blank, die Jungs halten sich noch zurück. Vor dem Song „Du willst mir an die Wäsche“ wird ein verkleideter Kleiderständer auf die Bühne gebracht, der die Slips und BH´s der Konzertbesucher der vergangenen Konzerte  trägt. Nun wird wieder das Publikum animiert und ja, es fliegt ordentlich was auf die Bühne. Am Tag später kann sich die Unterwäscheabteilung von H+M wahrscheinlich über ein Umsatzplus freuen.

Die Menge geht immer weiter ab und auch ich habe – nicht nur bierbedingt – eine Menge Spaß.

Zur Mitte des Konzerts legt die Band eine Accoustiksession ein und läd dazu Fans auf die Bühne zu einem Bier ein. Nette Geste. Ich hole mir schnell noch mein 4. Bier für das Finale. Als ich wieder drin stehe, ziehe ich ein erstes Fazit: JR hören sich für mich an wie eine Mischung aus den Toten Hosen, Sisters of Mercy und Nina Hagen. Prima Livequalitäten hat die Band, diese hängt jedoch zu 100% von der Sängerin ab. Wie die abgeht und zwischendurch losplappert kann ich mir die Sängerin in einem Yogakurs nicht vorstellen.

Ein Fanmädel darf im Anschluss der Accoustiksession zu „Der Kapitän“ mit Mütze und ner Pulle „Jenni-Sekt“ auf einem aufgeblasenen Riesengummireifen durch die Menge gleiten. Nun werden die Songs wieder schneller und härter. Beim Intro von der aktuellen Single „Ich kann nicht mehr“ steht die Sängerin dann mitten im Capitol und schmettert den Hit raus, die Fans bekommen die so ihre Tattoos hautnah zu sehen.

Vor dem Song „Feuer“ wird eine billige Kopie von Daniela Katzenberger auf die Bühne geholt, wegen ihrem „schönen Balkon“. Das Lied singt die Kopie nicht so mit wie von der Band erhofft und muss sich bissige Kommentare von der Sängerin im Anschluss anhören. Frau Weist nimmt wirklich kein Blatt vor den gepiercten Mund!

Danach ist Schluss nach ordentlichen 70 Minuten Deutsch-Indie-Pop-Rock. Doch zur Zugabe lässt sich die Band nicht lange bitten und haut mit Gastsänger „Nico“ von „War From a Harlots Mouth“ noch den härtesten Song des Abends „Es war nicht alles schlecht“ raus. Nun bin ich auch noch bedient worden und gehe zufrieden zurück ins Hotel. JR – gerne mal wieder – wenn Mucke und Popo so knackig bleiben! (Ghostwriter Tobi)

BEWERTUNG: 9/10

www.jennifer-rostock.de