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Platten News – Velveteen

velveteen

BAND:
Velveteen

ALBUM TITEL:
Gather & Reset

STIL:
Indie

Der Titel des Album könnte die Songs und das musikalische neue Gesamtwerk von Velveteen nicht besser beschreiben: Gather & Reset.

Einfach mal zurücklehnen und den Reset-Knopf im Kopf drücken, dass geht so einfach, wenn man sich das Doppel-Vinyl-Album auf den Schallplattenspieler legt.

Ich mag es eigentlich nicht, Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen, aber hier dient es lediglich einem Kompliment und dann darf man das schon mal machen (Jungs, ihr werdet es mir verzeihen). Velveteen klingen auf ihrer neuen Scheibe oft wie The Notwist, nur viel zugänglicher! Vor sechs Jahren hat sich der Sound noch nach Zweigitarrenbassschlagzeug angehört, was nicht verkehrt war, aber ich muss sagen, die neuen Klänge stehen den vier Herren aus Frankfurt ausserordentlich gut.

Man merkt dem Album an, dass Velveteen eine Menge Spass am rumfrickeln hatten, denn der Gesamtsound eines jeden Songs ist bis ins klitzekleinste Detail ausgeklügelt. Der Spagat zwischen analogen und digitalen Klängen, und das vermischen beider Gegensätze, ist ihnen unglaublich gut gelungen – ohne Frage ein zeitgenössisches Musikwerk.

Carsten, somit werde ich das Album ganz sicher behalten, aber auf ein Bierchen komm ich aber gerne mal wieder bei Euch im Golden Cage vorbei?! Und, ich glaube schon, dass Ihr es versuchen solltet das Album Live auf die Bühne zu bringen. Das geht! Ansonsten wäre dies ja eine neue Herausforderung für Euch, einfach mal „Reset zu alten Bühnengepflogenheiten“ sagen. Wir sind gespannt!

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Platten News – The Minutes

BAND: cover_sml1
The Minutes

ALBUM TITEL:
Live Well, Change Often

STIL:
Rock’n’Roll

KLINGT WIE:
Portugal. The Man

DIE BESTEN SONGS AUF DER PLATTE:
Hold Your Hand
Cherry Bomb
Holy Roman Empire
(aber eigentlich alle!)

„Rock’n’Roll is dead. Long live Rock’n’Roll. The Minutes believe in the power of rock ‘n’ roll. The power of dreams. The energy of rebirth. The Minutes believe in Belief.“
So schreiben es die drei Dubliner auf ihrer Homepage – dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
Auf ihrem zweiten Album knüpfen sie genau dort an, wo sie mit dem ersten, Marcata, geendet haben: bei locker, leicht und lässigem Rock’n’Roll, mit einem Hauch von Glamour.

You’ll love it!

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IRON MAIDEN – Festhalle Frankfurt

11.06.2013 / Überall Feuer

ironmaiden_2013

Eins muss ich gleich vorneweg sagen: ein „echter“ Maiden-Fan der „alten Garde“ bin ich nicht. Stammt doch ein Großteil der Musik aus einer zeit, wo ich viel Depeche Mode gehört habe und über Metal-Musik insgeheim abgelästert hab. Mit dem Aufkommen der Grunge-Bewegung hat sich dann alles ins Gegenteil verkehrt und an der Liebe zur Gitarre ging kein weg mehr vorbei.

Spätestens seit ich den Film „Flight 666“ war mir klar, das ich die mal live sehen will. Also hab ich meinen Bruder überredet und los ging’s. Obwohl das erste Handicap gleich schwer wiegt: Festhalle. Das bedeutet: man versteht von gesprochenen/gesungenen Texten nicht ein Wort, kann den Inhalt nur erahnen und Musik verkommt im Innenraum zu einem Lärmbrei. Das sollte man quasi „rausrechnen“ bei der Bewertung. Ich hab bisher nur wenige Bands erlebt, die die dämliche Halle akustisch in den griff bekommen haben.

Ich bekomme das Line-Up nicht leider nicht mehr auf die Reihe. Hätte ich gewusst, dass ich was schreiben soll, hätte ich ein Notitzblock mitgenommen :-). Gefühlt waren alle Knaller dabei, die mir bekannt waren: „The Number Of The Beast“, „Run To The Hills“, „Wasted Years“, „Fear Of The Dark“, „Afraid To Shoot Strangers“, „Heaven Can Wait“, … . Markus, Stefan, korrigiert mich, wenn ich hier falsch liege. Mich haben sie von Anfang an überzeugt. Ich hatte nicht einen Durchhänger. Nach einem guten Vollgas – Level bis zu „The Number Of The Beast“ schienen sie ihr Pulver nicht verschossen zu haben, sondern nochmal nachzulegen. Tempowechsel, Stimmungswechsel innerhalb der Lieder gepaart mit Gänsehaut – Momenten, genauso wie ich’s mag. Stefan meinte „Bruce Dickinson“ könne nicht singen. Ach egal. Stimmung war gut, die Show natürlich auch. Mindestens 30 der 65 Euronen sind wahrscheinlich für die Pyrotechnische – Showeffekte gewesen. Ich geb‘ trotzdem 1 Punkt Abzug für den Toningenieur. Bands wie Pink Floyd haben bewiesen, das die Halle auch akustisch in den Griff zu bekommen ist. 9/10. In einer anderen Location gerne wieder.

BEWERTUNG: 9/10

www.ironmaiden.com

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DANKO JONES – Schlachthof Wiesbaden

02.05.2013 / Alte Bekannte

dankojones_2013

Muss man noch irgendwas über den Kerl schreiben? Sicher nicht. Gefühlt sehe ich ihn jedes Jahr, entweder auf einer Hallen-Tour oder einer seiner Open-Air Auftritte. Und sicher ist etwas Routine bei ihm und bei mir eingetreten. Aber es ist eine sehr spaßige Routine. Ohne ihn würde etwas in Wiesbaden fehlen. Aber dazu später mehr.

Diesmal war es ein Geschenk an Henning, dass uns in den Schlachthof trieb. Zuerst zögerlich von hinten betrachtend wollten wir mal schauen, ob der alte Mann ES noch kann. Aber schon beim dritten Lied „Sticky Situation“ standen wir ein ganzes Stück näher am Rock. Aus der vorderen Reihe betrachtet ist er nicht älter geworden. Rocken kann er noch genauso. Nur seine Zunge zeigt er weniger. Nach „Play the Blues“ und „Lovercall“ hatte ich schon meinen 5. Halswirbel verloren. Dann kamen ein paar neue Songs, denen es an alter Kraft fehlt. Doch mit „I Think Bad Thoughts“ und dem legendären „Mountain“ könnte man selbst die langweiligste Show der Welt zum Schwitzen bringen. Gefehlt hat mir definitiv „My Time is now“.

Er hat dem Publikum auch endlich mal erklärt, warum Wiesbaden (gefühlt) jedes Jahr auf seiner Tour liegt. Der Onkel des Bassisten wohnt in Wiesbaden. Den Abstecher lassen sie sich also nicht nehmen.

Auf dem Hurricane sehen wir uns wieder.

BEWERTUNG: 8/10

www.dankojones.com

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BIFFY CLYRO – Schlachthof Wiesbaden

05.03.2013 / Willkommen auf dem Rockolymp

biffy_2013

Was soll man noch über die netten Herren Clyro aus Schottland schreiben?

Ich zeig nur folgendes, am Beispiel Schlachthof Wiesbaden, auf:
April 2009 – Räucherkammer, vor ca. 200 Menschen
Dezember 2009 – Große „alte“ Halle, halbvoll, ca. 1.000 Menschen
März 2013 – Große „neue“ Halle, ausverkauft, 2.500 Menschen
Noch irgendwelche Fragen?

Die Jungs gehen momentan so was von durch die Decke, unglaublich. 18 Jahre harte Arbeit zahlen sich aus – sie haben es sich redlich verdient.

Jetzt zum eigentlichen Abend:
Wir bekamen im Schlachthof eine perfekte Rockshow von über 100 Minuten (= Nettospielzeit) geboten. Das schöne an Biffy ist, dass da nicht viel zwischen den Songs gequatscht wird – man lässt die Instrumente sprechen. Sie stellten sich nach der 3 Nummer vor und verabschiedeten sich mit den Worten: Thank you. We are Biffy Fuckin‘ Clyro! Wunderbar, alle R’n’R-Regeln beachtet. Dazwischen gab es mehr als 20 Songs, die meisten vom neuen Doppel-Album „Opposites„, gemischt mit weiteren Nummern der beiden Vorgänger-Scheiben – alte Songs wurden leider etwas vernachlässigt. Aber okay, denn irgendwann haben die Herren auch ihren Feierabend verdient, nachdem sie uns ihre totale Verausgabung, in Form von Rock’n’Roll, geschenkt haben.

Danke und gerne wieder – aber nicht in der Festhalle;)

BEWERTUNG: 09/10

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Konzerte

SIGUR RÓS – Zenith München

23.02.2013 / Zwischen Elfen und Geysiren

sigurros_2013

Wenn die Isländer auf Tour sind sollt man jede Strecke in Kauf nehmen, um sie sehen zu können. Diesmal schreckten uns die 400 km nach München keineswegs ab. Im Gegenteil. Endlich mal eine Location, die ich noch nicht kannte und von der ich noch nie gehört hatte. Diesmal lud die Zenith-Halle in München ein. Ich hatte keinerlei Vorstellungen von der Größe der Halle. Gut 5000-6000 Menschen sollten in dem alten Industriegebäude, in der früher Straßenbahnen zur Reparatur waren, Platz haben.

Bei arschkalten Temperaturen stapften wir, mit einer Menge anderen Menschen, durch den Schnee in Richtung Halle. Drinnen erwarteten uns zum Glück wärmere Temperaturen und ein Musikbrei, bestehend aus wabbernden Synthie-Tönen, von denen ich dachte, dass sie zu einem Testlauf des Tonmischers gehörten. Fast endlos, sich permanent wiederholende Töne, die wohl von einer Person kam, die sich hinter dicken Trockeneis-Nebel-Wand versteckte. Man sah zumindest nur einen wagen Schatten. Später sah ich erst, dass die Person, dessen One-Man-Band „Blank Mass“ hieß, sich hinter einem transparenten Vorhang versteckte.

Recht pünktlich kam die Band mit ihren gefühlten 20 Gastmusikern auf die Bühne. Mit dem ersten Ton begann die Reise in ferne unbekannte Welten. Gänsehaut pur. Ständig untermalt von schönen bis wirren Bildern und Videos. Und immer wieder die eine Frage, die einem ständig an der Lippe klebt: Ist das isländisch oder eine Sprache von einem anderen Planeten? Aber ganz ehrlich. Es ist mir so egal. Die Stimme, die Gitarre, der Sound. Alles passt so wunderbar zusammen. Das unglaubliche an der Band ist eigentlich, dass die Musik so was von dermaßen „radiountauglich“ ist und es doch schafft, 6000 Menschen in eine Halle zu bringen. Irgendwie will man nicht das es aufhört…

Gespielt haben sie alles was mir wichtig war. Angefangen mit „Ny Batteri“, dass nach 4.30 so richtig in Fahrt kommt und dem unfassbaren schönen „untitled #1“, „untitled #6“ und „Sæglópur“. Ein paar neue Songs waren auch dabei, die Lust auf die neue Platte gemacht haben. Und wer einmal „Svefn-g-englar“ und das grandiose Ende mit „untitled #8“ gehört hat und mit einer nicht enden wollenden Gänsehaut nach Hause gegangen ist, will immer wieder in diese Welt entführt werden.

Die nächsten Tickets liegen schon hier.


BEWERTUNG: 10/10

www.sigur-ros.co.uk

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THE JOY FORMIDABLE – Zwölfzehn Stuttgart

03.02.2013 / Der Wahnsinn in den Augen

joyformidable_2013

„Ist die süß“, denkt man noch bevor sie richtig loslegt. Ritzy Bryan ist die Sängerin und Gitarristin der Band The Joy Formidable. The Joy what? Mir ist die Band vor gut zwei Jahren irgendwie „unter“ gekommen (Platten-Review 2011). Und seit dem hat sie mich nicht mehr losgelassen. Eine Wahnsinns-Album haben die Waliser mit „The Big Roar“ damals hingelegt. Und weil das Album so gut und eingängig ist, wollte ich die Band unbedingt Live sehen. Doch die Tourpläne führten nur kurz nach Deutschland, um dann für gefühlte 2 Jahre nach Amerika verlagert zu werden. Kein Festival. Keine Deutschlandtour. Nix. Dann endlich die Erlösung. Am 3.2. sollten sie in Stuttgart spielen.

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man, in Erwartung einer großen Location, auf einmal eine kleine Bar betritt. Mehr als 150 Personen sollten da nicht Platz finden. Hallo? Die Band war monatelang Support bei den FooFighters und haben vor zigtausend Menschen gespielt. Ich dachte tatsächlich, dass die Band mittlerweile doch große Hallen füllen müsste. Umso schöner war die Überraschung, sie in einem kleinen Club sehen zu dürfen. Und der Club war so klein, dass die Band nur über den Umweg an der Bar auf die Bühne kommen konnte. Zum Anfassen sozusagen. Nur ist Ritzy so klein, dass man sie kaum sehen konnte. Ab und zu konnte ich den Wahnsinn in ihren Augen durch die Köpfe anderen blitzen sehen. Das Stutgarter Publikum war übrigens ähnlich träge, wie man es dem Frankfurtern nachsagt. Bei einigen wusste man nicht genau, warum sie sich in der Bar befanden.

Die „Wall of Sound“, die entsteht, wenn die 3 in ihre Saiten und auf ihre Drums hauen, ist immens. Alle 3 geben alles. Drummer Matt Tomas verbucht gefühlte 10 Sticks auf seiner Rechnung und Ritzy benötigt sicher einen kompletten Satz neue Saiten nach der Show. Ihr sympathisches Auftreten, die klare, dünne Stimme, die sich gewaltig anhört, sobald sie singt, ergeben ein ziemlich geniales Ensemble. Es entsteht so ein Sog, der einen mitzieht. Musikalisch war an dem Abend alles dabei was ich brauchte. Von der alten Platte waren es „The Greatest Light Is the Greatest Shade„, „Austere„, „Cradle“ und einige Songs der neuen Platte  wie „Cholla“ und „Maw Maw Song„. Das Ende bildete das unfassbar geniale, in die Länge gezogene „Whirring„, das mir jedesmal Gänsehaut bereitet.  Bitte schaut euch das an: Youtube Link. Dann wisst ihr auch was ich damit meinte, dass die Frau den Wahnsinn in den Augen hat.

Bitte spielt auf einem deutschen Festival dieses Jahr!

BEWERTUNG: 10/10

The Joy Formidable on MySpace
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TRIGGERFINGER – Schlachthof Wiesbaden

08.02.2013 / Das belgische Trio

triggerfinger_2013

Verdammte Axt. Viel zu lange ist es her. Das Konzert war im Februar und meine Erinnerungen an das Event verschwimmen. Mit 4 Monaten Abstand würde ich es aber durchaus als solide Leistung bezeichnen. Seit die Belgier uns allen auf dem Sonnenrot 2010 extrem positiv ins Auge und Ohr gefallen sind, verfolge ich den Weg der 3 sympathischen Herren. Zu Ruhm sind sie ja mit der Unplugged-Coverversion des Songs der schwedischen Musikerin Lykke Li „I Follow Rivers“ gekommen.

Die Halle in Wiesbaden war eher schwach gefüllt. Mit ein wenig Ellebogeneinsatz hätte man es durchaus bis in die erste Reihe schaffen können. Trotz der nicht ganz ausverkauften Halle kam Stimmung auf. Ich kann mich aber noch an die vielen Pärchen erinnern, die wohl alle nur darauf warteten zu „I Follow Rivers“ ihre Standard-Tanzschritte aus der Schublade zu holen. Sicher waren einige von denen verwundert, das vor ihnen auf der Bühne keine Unplugged Band seichte Musik spielt. Der Gitarrist Gitarrist Ruben Block alias George Clooney kann nämlich ziemlich roh auf seiner Gitarre werden. Und Schlagzeuger Mario Goossens haut die Drums wie kaum ein anderer. Nur Bassist Paul Van Bruystegem hat immer die Ruhe weg. Welche Songs gespielt worden sind kann ich leider nicht mehr wiedergeben. Doch die Pärchen kamen noch zu ihrem Tanz-Einsatz. Wie so oft: Ein rundum gelungener Abend.

Auf dem Open-Flair 2013 sehen wir uns wieder.

BEWERTUNG: 7/10

www.triggerfinger.net

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JUNIUS – Räucherkammer Wiesbaden

01.05.2012 / zu schönes Wetter

junius_2012

Junius kennt man nicht so. Die Jungs kommen aus Amerika und die Musik die sie machen nennt man Post Wave, wobei ich es als Progressive oder Post-Rock bezeichnen würde. Irgendwie mag ich alle 3 Platten und habe mich ziemlich gefreut als ich hörte, dass sie mit Wolves Likes Us in der Räucherkammer spielen werden. Die heimische und private Atmosphäre hat der Rockblogg ja schon all zu oft beschrieben. Doch das es so privat werden sollte konnte ich nicht wissen.

Mein Bruder und ich sind an einem (wahrscheinlich zu schönen) Sonnentag Richtung Schlachthof. Der Biergarten war knackig gefüllt. Da schon Musik aus der Kammer kam, schlichen wir uns rein und siehe da. Tatsächlich spielte dort eine uns unbekannte Band deutschen Ursprungs vor genau 4 Personen, exklusive der Bardame, dem Merch-Mann und dem Tonmischer, inklusive uns. Alleine schon aus Mitleid musste man der Band einfach eine Chance geben. Ich kann nicht nachempfinden wie deprimierend es sein muss, vor 4 Menschen zu spielen. Zum Glück forderte der Sänger die Menschenmassen nicht auf, näher an die Bühne zu kommen. Nach 4 Liedern und viel Geschrei hatte ich genug davon und schlich mich in dem Moment raus, als der Sänger kurz die Augen zu hatte.

Nach einer kurzen Pause und einem kalten Bier im warmen Biergarten kamen Junius auf die Bühne. Irgendwie hatte ich mir die Jungs anders vorgestellt. Schwarze Kapuzenpullover und lange Bärte sind mir in Erinnerung geblieben. Toll war die einfache aber effektive Lichtgestaltung. 2 fette Scheinwerfer-Batterien neben dem Drumset ballerten einem den Sehnerv weg. Genau wie die Musik. Die war großes Kino. Geile Gitarren, tolle Stimme und trotz der wenigen Leute (auch wenn es jetzt mehr als 20 waren) viel Bock auf Musik. Gefühlt war jedes einzelne Lied toll. „Transcend The Ghost“, „Stargazers & Gravediggers“ oder „All Shall Float“, alles war dabei. Es hätte noch länger dauern können. Doch leider waren Junius nur eine weitere Vorband.

Es kamen noch Wolves Like Us, die haben uns aber definitiv nicht mitreißen können. Draussen war es einfach immer noch zu schön und heiß…

Junius gerne immer wieder.

BEWERTUNG: 7/10

Junius

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Konzerte

MOTORPSYCHO – Bürgerhaus Stollwerck Köln

17.04.2012 / Oldies but Goldies

motorpsycho_2012

Zuerst wollte ich nur über die ignoranten Kölner schreiben, die mich schon das eine und andere Mal um den Verstand gebracht haben. Aber ich versuche mich nur auf die Musik zu konzentrieren.

Motorpsycho gaben sich die Ehre, eines ihrer sehr raren Konzerte zu spielen. Nach über 20 Jahren in der Musikbranche muss man ja auch nicht mehr wie ein bekloppter rumtouren. Wenn dann ein Konzert ansteht, sollte man dieses auf jeden Fall besuchen. Diesmal im Bürgerhaus Stollwerck in Köln. Eine für mich völlig neue Location, die sich aber sehen lassen kann. Die Norweger haben mich ja schon letztes Jahr auf dem Sonnenrot-Festival völlig an die Wand gespielt. Daher waren meine Erwartungen an den Abend natürlich hoch.

Enttäuscht wurden mein Bruder und ich nicht. Aber ich hatte vorher schon vermutet, dass sie einiges, um nicht zu sagen alles, ihrer neuen Platte spielen würden. Dazu muss man wissen, dass die neue Platte ein Konzeptalbum ist und man nicht ohne weiteres einzelne Stücke daraus spielen kann. Alles hängt irgendwie zusammen und ist miteinander verknüpft. Die Lieder haben kein Ende und dehnen sich ins unendliche aus. Das hatte zur Folge, dass auch die schwachen Stücke der Platte gespielt wurden. Aber starke Stücke wie „The Hollow Lands“ oder „Mutiny!“ waren auch dabei. Ich habe mich definitiv 30 Jahre in der Zeit zurückversetzt gefühlt. Die Hammond Orgel, die Zottel Haare und die Kontragitarre mit ihren zwei Hälsen trugen viel dazu bei. Nach sagenhaften 2 Stunden kamen dann noch 2 Zugaben. Und „Starhammer“ mit allein 12 Minuten Länge war der krönende Abschluss des abends auch wenn ich noch gerne „Wishing Well“ gehört hätte.

Das nächste Mal wünsche ich mir wieder mehr alte Lieder, da die neuen doch recht anstrengend sind. (Lemmy)

BEWERTUNG: 8/10

www.motorpsycho.fix.no