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BLACKMAIL – Nachtleben Frankfurt

05.10.2011 / … Blackmail mit Reetz die 2.

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Irgendwie hatte ich mich nicht so darauf gefreut wie sonst. Das könnte man darauf zurückführen, dass ich Blackmail schon zu oft gesehen habe oder das die Stimmung einfach eine andere ist als früher. Ich bleibe dabei, Matthias Reetz kann Aydo nicht ersetzen.

Das für die Batschkapp angesetzte Konzert wurde kurzfristig ins deutlich kleinere Nachtleben verlegt. Schon das zeigt ein wachsendes Desinteresse der Band gegenüber. Ob alle Zuschauer ihren Weg ins Nachtleben gefunden haben, vermag ich zu bezweifeln. Als wir dort ankamen saßen Kurt und seine Combo noch vor dem Nachtleben, um gemütlich ein oder zwei Kaltgetränke zu sich zu nehmen. Sich unter die wartenden Menschen zu mischen finde ich sehr sympathisch. Die Vorband haben wir einfach mal links liegen gelassen, was mir nachträglich natürlich leid tut, weil sicher nur 10 Leute vor der Bühne standen.

Standart European Concert Time ging es dann los. Die erste halbe Stunde waren grausam. Die sicher gute Stimme von Matthias Reetz war kaum zu hören, und der Rest des Sounds war grässlich. Im zweiten Drittel verbesserte sich das, wobei dann eher die Stücke der neuen Platte kamen, die mir nicht so zusagen, weil mir die improvisierten Elemente fehlen. Die Songs sind zu sehr auf Radiotauglichkeit überprüft worden. 3,5 – 4 Minuten-Stücke, eben Standart, was nicht heißen soll das alles Mist war. „Monographic Doll“ oder „Sky on Sky“ sind super Stücke, Gänsehaut pur. Das letzte Drittel bestand aus vielen alten Songs. Da kam auch wieder die Klasse von Kurt Ebelhäuser hervor. Sein Gitarrensound ist wahnsinn. Er improvisierte das letzte Stück in unermessliche brachiale Soundlängen. Wahnsinn. Dafür immer wieder gerne.

Aber ob Matthias Reetz jemals das Charisma eines Aydo erreichen wird bleibt offen. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass Blackmail einen Sänger gesucht haben, der sich ansatzweise so anhören soll wie Aydo. Deswegen vergleicht man Matthias zu Recht mit ihm. Das kann er aber nicht leisten. Im fehlt das Rampensau-Gen und der manchmal arrogante Umgang mit dem Publikum, wofür man Aydo gehasst und geliebt hat. Wird Matthias jemals die Wall-of-Death auf einem Live-Konzert anstimmen? Nein.

BEWERTUNG: 08/10

www.blackmail-music.com
www.myspace.com/thisisblackmail

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Konzerte

KLASSENTREFFEN – Das Bett Frankfurt

23.09.2011 / 7 Euro 5 Stunden

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An diesem Abend war die Auswahl an Konzerten leider etwas zu groß. Im Schlachthof Wiesbaden spielten „Urlaub in Polen“ und „Miumi“ und im Bett Frankfurt gaben sich gleich 4 Bands die Ehre ein kleines Mini-Festvial zu spielen. Unter den Bands war auch eine, von denen ich schon mal berichtet hatte, ohne zu wissen wer es war. „Borgenine“ hat mir damals sehr gut gefallen. Doch da sie als Akt nach dem Hauptakt „Diego“ auftraten, und die Zeit es nicht erlaubte sie bis zum Ende spielen zu sehen, musste ich sehr lange auf ein nächstes Konzert von ihnen warten. Dazu kam noch eine weitere Band, auf die ich durch Hoppel gestoßen bin. „The Water Safety“ spielen eine Elektro-Post-Rock Mischung, die ziemlich interessant ist.
Auf jeden Fall entschieden wir uns an diesem Abend gegen den Schlachthof und fuhren ins Bett. 4 Band für 7 Euro bekommt man ja auch nicht alle Tage. Den Anfang machten Cheap Mongrels. Es war grauenvoll. Musikalisch unterirdisch. Eine Musik-Misch-Masch, konzeptlos und musikalisch auf dem Stand einer schlechten Schülerband. Texte wurden vom Rechner abgelesen. Sorry das geht gar nicht.

Danach kamen „The Water Safety“ und haben alles wieder rausgerissen. Eine perfekte Mischung aus Elektrobeats, Indie- und Postrock. Wer die Chance hat die 5 Jungs mal live sehen zu können, sollte dies unbedingt tun.

Nun kamen „Sushimob“ auf die Bühne und ich muss zugeben, ich hatte keine Ahnung wer das ist und was die für Musik machen. Der Sänger mit dem Irokesenschnitt hatte definitiv die beste Stimme des Abends. Und rocken konnten die Jungs auch ordentlich. Ich war extrem positiv überrascht. Das sind die Momente, die ich an kleinen Konzerten mit mir unbekannten Bands liebe. Das Sänger war zwar sichtlich verärgert über die schwache Stimmung im Bett, doch das lag daran, dass sich nur ca. 50 Leute auf das Festival getraut hatten. Und keiner von denen wollte in der ersten Reihe stehen.

Um 1 Uhr kamen dann „Borgenine“ auf die Bühne. Wieder sichtlich angetrunken (wo war die Flasche Jägermeister hin?) aber spitzenmässig gelaunt kam der Sänger auf die Bühne, schwang sich seine Gitarre um und war sofort in seinem Element. Ein kleiner Gitarrengott. Ein extrem charismatischer Gesang mit rauhen und süßen Tönen. Muss man gesehen haben. Ich musste nur wieder früher gehen. Ob ich jemals das Ende eines Borgenine Konzert sehen werde?

7 Euro, 3 tolle Bands. Was will man mehr? (Lemmy)

BEWERTUNG: 8/10

www.myspace.com/borgenine
www.myspace.com/sushimob
www.thewatersafety.de

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Konzerte

THE NAKED AND THE FAMOUS – St. Peter Frankfurt

15.09.2011 / Nackt und berühmt

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Alleine auf die Idee gekommen bin ich nicht, zu den gerade unheimlich gefeierten Neuseeländern zu gehen. Nur weil der Song „Young Blood“ gerade immer noch von den Radiosendern rauf und runter gespielt wird, muss eine Band ja nicht gleich gut sein. Aber verschiedene Umstände haben mich dann halt doch nach Frankfurt getrieben. Vor allem war ich sehr interessiert an der Location. Die St. Peter Kirche in Frankfurt war mir als Konzert-Location unbekannt. Irgendwie wirkte alles extrem entspannt. Gut gelaunte Securities, kaum Gedränge und einfach eine schöne Atmosphäre. Drinnen waren nicht wie erwartet zur Seite geschobene Kirchenbänke, sondern eine richtige Konzert-Location mit allem drum und dran. Sehr nett.
Als Vorband traten „Wolf Gang“ auf. Nicht wie der Name vermuten lässt eine deutsche Band, sondern eine Kombo aus England, die gut ins Abendkonzept gepasst haben. Wie „The Naked and The Famous“ mischen sie gut Gitarren mit Syntisizer-Klängen. Eine Platte muss ich nicht kaufen, aber Live hat das Spaß gemacht.

Pünktlich um 21 Uhr kamen dann kamen die Neuseeländer auf die Bühne. Da ich neben dem Mischpult stand, konnte ich sehen wieviel Lieder an diesem Abend gespielt werden. 13 + 2 Zugaben. War das früher auch so, dass Konzerte zeitlich so durchgeplant waren? Oder ist es mir früher nur nie aufgefallen?  Die ersten 3 Lieder waren gleich ein Knaller. Lieder die leise Anfangen und irgendwann explodieren sind immer ein gutes Konzept für die wartende Menge. Der Sound war extrem gut in der ehemaligen Kirche. Die Stimme der Sängerin Alisa Xayalith kam wunderbar klar rüber. Die Sounds aus dem Synthie waren extrem gut und zwangen einem zum Bewegen. Die Lieder waren oft extrem spannend aufgebaut. Tempowechsel und Taktmischungen. Ich als Laie würde sagen, dass da ziemlich gute Songwriter am Werk waren. Der Mittelteil war manchmal ein wenig lahm, aber am Ende haben sie dann noch ein Feuer abgebrannt. Nach „Young Blood“ war dann der Abend nach einer Stunde und 15 Minuten vorbei. Sie haben alles gespielt was sie haben.

Da schlummert viel Potenzial in den Neuseeländern. (Lemmy)

BEWERTUNG: 8/10

www.thenakedandfamous.com

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Festival

ROCCO DEL SCHLACKO – Püttlingen

12. -14.08.2011 / Da war noch was

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Fast hätte ich es vergessen. Vielleicht auch mit Absicht. Denn dieses Festival war so ziemlich das Beknackteste der letzten Jahren. Das wir musikalisch nicht viel zu erwarten hatten, war uns ja bekannt. Aber das die Organisation uns den Rest auch noch vermiesen musste war dann der Gipfel. Wäre die Truppe nicht so heiter und lustig gewesen und hätten wir nicht unendlich viel Lachpotenzial aus allem Übel gezogen, wäre ich gerne schon Samstag abgereist.
Seltsam erschienen uns von vornherein die angegebenen Zuschauerzahlen. Wie zur Hölle sollen 15.000-20.000 Menschen auf den Popel-Zeltplatz passen. Passten sie auch nicht. Wie verdammt sollen (gefühlte) 20 Dixi-Toiletten den Darm-, Blasen und Mageninhalt von so vielen Menschen aufnehmen können? Konnten sie auch nicht. Kurzerhand wurde das naheliegende Feld zur öffentlichen Toilette umfunktioniert, und das danebenliegende zum weiteren Zeltplatz gekürt. Die vorher noch freihaltbaren Notwege waren alle mit Zelten zugekleistert. Und überhaupt. Ich habe schon auf vielen Ackern geschlafen, aber das war echt zu viel. Wenn Tommes dabei gewesen wäre, hätten wir neben unserem Zelt ein Sanitätszelt aufbauen müssen.
Aber das Schlimmste von allem war der verdammte Rocco-Coin. Wer zur Hölle lässt es zu, dass man auf einem Festival wie auf einem Schul- oder Kindergartenfest sein Geld in Papierbons umtauschen muss. Liegt es an der Nähe zu Luxemburg (siehe Rock a Field)? Oder liegt es daran, dass Saarländer nicht rechnen können? Aber immerhin war die Essensauswahl reichlich. Man konnte zwischen gammeligen Pommes, einer Wurst, einem Schwenksteak und einem Chickenburger wählen. Erinnert mich schon wieder an Rock a Field.
Musikalisch sind mir nur The Subways und Dropkick Murphys hängen geblieben. Die waren wie immer. Gut.
Und bei all den bösen Worten muss man sagen, dass wir natürlich trotzdem Spaß hatten. Wenn man die Truppe in Südostanatolien absetzen würde hätten wir auch Spaß.

Rocco brauch ich nicht mehr. (Lemmy)

BEWERTUNG: 3/10

www.rocco-del-schlacko.de

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Festival

SONNENROT 2011

15.07. – 17.07.2011 / Rot war mein Nacken

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Dieses äusserst nette und kleine Festival durfte ich schon 2008 kennenlernen, als die Location noch ihren Sitz in der Nähe des Starnberger Sees hatte. Danach mussten es umziehen, und deswegen war ich ziemlich gespannt auf die neue Location. Um Platz und Zeit zu sichern, starteten Henning und ich schon einen Tag früher als der Rest der Truppe, bestehend aus Rahel, Markus, Tommes W., Carsten, Tommes M. und Helle. Bei Ankunft am Donnerstag wurde uns klar, dass es unnötig war, einen Platz zu sichern. Die Menge der Menschen konnte man sehr gut überschauen und so sollte es auch bleiben.

Die Freude auf mein erstes Festival in diesem Jahr war enorm. Das Lineup war durchwachsen, aber ich wusste, dass bei der richtigen Konstellation der Leute, einer Sonne die uns warm gesonnen sein sollte und der richtigen Entspannung, das Festival ein Erfolg werden musste. Der Donnerstagabend war noch von kleinen Schauern durchzogen. Die minderte aber nicht die Stimmung in dem äusserst kleinen Partyzelt, in das Henning und ich vor den Schauern geflüchtet waren.

Freitags kam der Rest unserer Besucher fast zeitgleich in Eching an. Danach ging es recht zügig aufs Gelände, dass sich als wahrer Schatz entpuppte. Das Sonnenrot Team hatte sich das Geld für 2 kleine Bühnen gegönnt, um gar keine musikalische Pause entstehen zu lassen. Es spielte nämlich jeweils nur eine Band, während die andere Bühne zum Aufbau der nächsten Combo genutzt wurde. Das erste was wirklich negativ auffiel war der Biersponsor. Wie kann man nur im Freistaat Bayern Heineken als Sponsor auftreten lassen. Einen Erdinger-Stand für Biertrinken mit Geschmack gab es dann doch noch. Die Essensauswahl war sehr gut. Besonders der Barbarenspieß hatte es meinen etwas angeschlagenen Magen angetan. Bis zum Ende des Festivals hatten wir die 10er Karte voll… Rülps.

Das Lineup gibt definitiv auch einen Punktabzug. Der Freitag war ein einziger Hammer, der Samstag dafür der komplette Reinfall. Den Freitag-Auftakt machten The Young Gods aus der Schweiz (und nicht aus Frankreich wie wir alle dachten), gefolgt von den wahnsinnig genialen Triggerfinger aus Belgien. Ein Hammer Sänger, ein überaus sympathischer Schlagzeuger (wie wir hautnah erleben durften) und ein cooler Bassist, die ordentlichen Rock gemacht haben – Ich hab soeben alle Platten bestellt. Danach fielen noch The Unwinding Hours und Turbostaat auf. Mandy Leipzig erwähnen wir hier NICHT.

Um 19.10 kam dann mein persönliches Highlight auf die Bühne. Es gaben sich Motorpsycho die Ehre, eines ihrer wenigen Konzerte, in Eching zu spielen. Das es was ganz besonderes war, merkte man auch daran, dass sich auf einmal Bands wir Triggerfinger, Turbostaat und The Young Gods unter das Publikum mischten, um die Männern aus Norwegen zu hören. Für mich das Beste, was ich an diesem Wochenende gehört habe.

Der Samstag stand im Zeichen des Sees. Wir wussten, dass das Lineup nicht unseren Vorstellungen entspricht. Daher machten wir uns Richtung See, der einem die komplette Müdigkeit aus den Adern saugte. Eigentlich erwarteten wir nur den Auftritt von Slut, der aber ein kompletter Reinfall werden sollte. 25 Minuten zu kurz, viel zu leise und unmotiviert waren die Jungs aus Ingolstadt. Lag es an der Niederlage gegen Pauli? Egal, danach ging es wieder Richtung See und Sonne. Der Tag konnte gar nicht besser sein. Das Nachmittag-Lineup bestand aus osteuropäischen Balalaika-Spielern, die keiner von uns sehen wollte. Und auch Marteria war so Scheiße, dass man getrost ins Zelt gehen konnte.

Das ich am Sonntag dafür bestraft wurde, zu wenig Müll verursacht zu haben, werde ich nie vergessen. Das nächste Mal also mehr Dreck machen, so das Fazit. Pfff…

Abgerundet wurde das Festival am Sonntag mit einem Besuch bei einem Freund in Dachau, der seinen kompletten Vorrat an Würsten an uns verbraten hat. Weißbier und Säfte waren inklusive. (Lemmy)

Fazit: Bei der Location und der Konstellation an Menschen gerne immer wieder.

BEWERTUNG: 8/10

www.sonnenrot.com

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Konzerte

THIS WILL DESTROY YOU – Räucherkammer

18.06.2011 / Der Name ist Programm

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„Ihr Stil zeichnet sich durch anfangs meist ruhige, harmonische und breitgefächerte Instrumental-Arrangements aus.“ Zitat aus dem Wikipedia Eintrag zu der Band. Ich habe 30 Minuten überlegt, mit welcher Superlative ich den Artikel anfangen soll. Stellt euch vor ihr steht hinter einem Düsenjäger, der gerade den Nachbrenner anschaltet. So ungefähr müsst ihr euch die Lautstärke in der kleinen Räucherkammer vorstellen. Ich habe jeden Augenblick damit gerechnet, dass Statiker in den Raum laufen, um zu berechnen, ob die alten Gemäuer den Schallwellen standhalten können.

Aber mal von vorne. An diesem Abend war ich gedanklich bei den vielen Menschen auf dem Hurricane. Da ich selber nicht teilnehmen konnte, wollte ich mir wenigstens den Abend mit einem kleinen Konzert versüßen. Zur Auswahl standen Harmful auf dem Oberurseler Hessentag oder This Will Destroy You in der Räucherkammer. Und da die Wettervorhersage für diesen Abend Regengüsse vorhergesagt hatten, entschieden wir uns für den vermeintlich sicheren Innenraum in Wiesbaden. Das wir den Veranstalter später am liebsten wegen Körperverletzung hätten verklagen wollen, wussten wir zu dem Augenblick ja nicht.

Erst an diesem Abend erfuhr ich, dass als Vorband die Wiesbaden-Kölner Combo Miumi auftreten sollten. Da ich die Jungs schon mal live gesehen hatte, wusste ich, dass das nur gut werden kann. Am Ende kann ich nur sagen, dass es mehr als nur gut war. Sie waren wirklich sensationell. Neue Songs, die raffiniert komponiert sind, ein junger Schlagzeuger, der ordentlich zuschlagen kann und 2 weitere Männer, denen es sichtlich Spaß macht, ihr Songs zu präsentieren. Sie haben alles richtig gemacht. Nix gelabert, nur gespielt. Leider viel zu kurz. Wer Lust hat, kann ihre neuen Songs kostenlos und völlig legal auf ihrer Webseite runterladen.

Kennt ihr das Geräusch, wenn man einen Verstärker so weit aufdreht und dieses Brummen aus den Lautsprechern kommt, vor dem man Angst hat, weil man genau weiß, dass schon das leisteste Zupfen an einer Gitarrensaite das ganze Gebäude in die Luft sprengen könnte.  Schon während der Einstimmphase der Instrumente musste ich mir ein komplettes Taschentuch ins Ohr stopfen, um nicht sofort einen Tinitus oder Hörsturz zu bekommen. Da wusste ich, dass es richtig laut wird. Zuerst standen wir recht nah an der Bühne, mussten aber schnell unsere Plätze aufgeben, da uns bewusst wurde, dass die Lautstärke eine Schmerzgrenze erreichen würde, die nahhaltig unsere Ohren zerstören könnte. Von den „meist ruhigen, harmonischen und breitgefächerten Instrumental-Arrangements“ konnte man leider nichts hören, ausser einem Brei von Tönen. Mir ist es unbegreiflich, warum man so schöne und harmonische Musik so dermaßen Laut machen muss, dass man es nicht aushält. Auch im hinteren Teil der Räucherkammer wurde es nicht besser. Ein Blick in die Augen meines Bruders zeigten mir, dass er das selbe dachte wie ich: Nur raus hier. Draussen schnell ein Bier trinken und hoffen, dass der Tonmischer es vielleicht noch hinbekommen könnte (siehe Bild oben). Aber es war vergeblich. Wir haben es noch einmal versucht, dann aber, nach einem weiteren verbramschten Song, den ich nicht von den anderen unterscheiden konnte, schnell das Weite gesucht. Ich kann nur sagen, dass es eine Unverschämtheit war, und mit diesem Gedanken waren wir nicht die Einzigen. Viele verließen die Räucherkammer, weil es niemand mehr riskieren wollte, sein Gehör zu verlieren.

Der Name ist auf jeden Fall Programm. (Lemmy)

BEWERTUNG: 1/10 (9/10 für Miumi)

www.myspace.com/thiswilldestroyyou
www.miumi.org

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Konzerte

AMPLIFIER – Räucherkammer Wiesbaden

02.06.2011 / Im Zeichen des Octopus

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Alter Falter, der letzte Bericht über ein Konzert von Amplifier ist nun 4 Jahre her und schon damals hatte ich geschrieben, dass sich die Jungs leider nur zu selten bei uns blicken lassen. Dabei ist England nicht so weit weg. Aber die lange Pause hatte mehrere Gründe, da sie erstens an einer neuen Platte gebastelt haben, deren Veröffentlichung seit gefühlten 2 Jahren immer wieder verschoben wurde, zweitens die Kohle gefehlt hat, da die Jungs ihrem alten Label „lebe-wohl“ gesagt haben und drittens familiär wohl Kinder auf dem Weg waren. Und die können so manchen Prozess verlangsamen…

Nun also in diesem Jahr gleich 2 Freudentänze, weil die neue Platte ins Haus geflattert kam und weil sie in Wiesbaden ein Konzert geben wollten. Henning und ich waren schon ein wenig aufgeregt, weil man von Bands, die sich so rar machen meistens zu viel erwartet. Dazu kommt noch, dass die neue Platte eher als Gesamtkunstwerk zu betrachten ist und mir nicht ganz klar war, wie sie das live rüberbringen wollen, da die Platte 2 Stunden Spielzeit hat.

Gestern also war es soweit. Bei allerfeinstem Wetter krochen wir in die dunkle Räucherkammer des Schlachthofs, um zu erfahren, was in den letzen 4 Jahren mit den Jungs passiert ist. Sänger Sel hat die Haare ab, aber ansonsten waren sie so professionell wie vor 4 Jahren. Der Anfang des Konzerts stand voll im Zeichen des Octopus (so der Namen ihrer neuen Platte). Eine Stunde lang nur neue Lieder, mit dabei mein Favorit „Interstellar“, eine 10 Minuten lange Hymne. Für meinen Geschmack haben trotzdem ein paar Lieder der neuen Platte gefehlt, die ich unbedingt hätte live sehen wollen. Die Zugaben bestanden ausnahmslos aus alten Titeln, leider viel zu wenigen. „UFO“ war dabei, was den Abend recht rund gemacht hat.

Ich warte auf das nächste Konzert… (Lemmy)

BEWERTUNG: 8/10

www.amplifiertheband.com
www.myspace.com/amplifiertheband

komplettes Album anhören:
http://amplifier.bandcamp.com

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Konzerte

HARMFUL – Nachtleben Frankfurt

10.05.2011 / Ganz großes Kino

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Viel zu lange ist es her, dass ich HARMFUL live hören durfte. Letztes Jahr haben sie die grandiose Platte CAUSE herausgebracht und in Frankfurt ein Konzert gegeben, dass wohl laut Aussage von Adrock alias Stefan Hopf ziemlich gut gewesen sein muss. Diesmal machten sich Henning und ich auf den Weg nach Frankfurt ins Nachtleben und ich kann schon vorwegnehmen, es war extrem geil.

Pünktlich um 21 Uhr empfing uns die Vorband PEOPLES TEMPER und hauten uns schon mal eine um die Ohren. Guter Sound, perfekte Gitarren, unbedingt zu empfehlen. Das einzige was man ihnen vorwerfen kann, ist das sie zu viel gelabert haben.

Dann ging es weiter. Heimspiel für HARMFUL. Ich würde behaupten das die Bude ausverkauft war, wobei sicher viele Freunde und Bekannte im Publikum waren. Ich hatte das Gefühl, dass Aren uns in den ersten 30 Minuten zu Grunde rocken wollte. Sein Gesichtsausdruck wandelte von Zunge-raushängend bis Augen-verdrehend. Ich würde sagen, er, wie auch der Rest der Band, hatte sichtlich Spaß an der Sache. Chris am Bass braucht immer mehr Platz als die anderen, da er während des Spielens eine derartige Performance hinlegt. Wie er es schafft sich nicht die Bänder zu reißen ist mir ein Rätsel. Klatschnass waren alle nach 10 Minuten. Wir auch. Nico, der ja meistens mit freiem Oberkörper an seinem Schlagzeug sitzt, war die Freude ebenfalls anzumerken und blieb auch fest in seinem Sattel sitzen, als Aren und Chris die Bühne schon verlassen hatten. Am Ende haben sie dann noch ein Lied mit 2 Freunden der Band Rinderwahnsinn performed.

Eine Menge Lieder der letzen Platte waren dabei, wie z. B. Exhausted, Cause oder Circle of Lies, die zum Luftgitarre spielen einluden. Klassiker wie Elaine und Tenderly fehlten auch nicht. Mein Highlight war Innocent Hell von der Cause. 1,5 Stunden haben sie uns eins auf die Ohren gegeben. Ich habe noch einen Traum, die Jungs einmal Open Air spielen sehen zu können. Und wenn man Arens Worten trauen darf, sehen wir sie auf jeden Fall in einem Jahr zum 20 jährigen Bestehen wieder. Das es ein Abschied sein könnte habe ich überhört.

Danke Aren, Chris und Nico – bitte weiter so.

BEWERTUNG: 10/10

www.myspace.com/sismasis
www.harmfulweb.com
www.myspace.com/peoplestemper

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Konzerte

KYUSS – Hugenottenhalle Neu Isenburg

24.03.2011 / Fetter Wüstenrock in Neu-Isenburg

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Ich fange mal direkt mit dem Negativen des Abends an. Mein Bruder hatte die Idee auf das Konzert zu gehen und nicht ich. Und das nun gerade er an diesem Abend, von einer Grippe geschwächt, nicht durchgehalten hat, ist wirklich traurig, weil er sich unheimlich darauf gefreut hatte. Nach der zweiten Vorband ging´s also wieder fiebrig nach Hause. Deswegen muss ich mich auch bei ihm bedanken, für dieses unheimlich fette Konzert. Ich wusste ja nicht was mich erwartet. Und richtig nass geschwitzt bin ich schon lange nicht mehr nach Hause gekommen. Was wäre erst gewesen, wenn ich mehr Platz für mich und meine Luftgitarre gehabt hätte? Hoppel, der ziemlich spontan mit von der Partie war, war wohl auch sichtlich begeistert.

Ich frage mich tatsächlich, wie man mit nur einer Gitarre so einen Sound hinbekommt? Das Ganze klingt einfach so unfassbar fett. Wenn man sich damit beschäftigt erfährt man, dass die Gitarren tiefer gestimmt sind und sie durch einen Bassverstärker gespielt werden. Man glaubt gar nicht, dass diese Band tatsächlich mal den Namen „Katzenjammer“ hatte. Weil nach Jammern hört sich das Ganze nun wirklich nicht an. Die jetzige Besetzung von Kyuss kommt ja ziemlich nahe an die Urbesetzung mit Josh Homme rann. John Garcia hat sich zwar ein wenig Divenhaft benommen, aber er darf sich nach 23 Jahren Rockgeschichte auch ein wenig feiern lassen. Ansonsten hat er alles richtig gemacht. Nichts gesagt, nur gesungen.

Falls sie jemals wieder in der Wüste vor Palm Desert spielen sollten, bin ich dabei. (Lemmy)

BEWERTUNG: 10/10

www.myspace.com/kyussmyspace

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Konzerte

FEEDER – Batschkapp Frankfurt

17.03.2011 / Feed me!

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Unfassbar das ich es über 3 Monate ohne Konzerte ausgehalten habe. Ich hätte wahrscheinlich auch ein Katy Perry Konzert besuchen können und es toll gefunden. Nun also endlich mal Feeder. Mein letztes Feeder Konzert ist gefühlte 8 Jahre her, und damals waren sie „nur“ Vorband von Coldplay (als sie noch gute Musik machten) in der Jahrhunderthalle Höchst. Aber schon so großartig, weil sie definitiv mehr gerockt haben als Coldplay. Die Jungs gibt es nun fast schon seit 20 Jahren, man mag es kaum glauben. Ihre erste Platte haben sie aber erst 1997 veröffentlicht. Nun weitere 6 Platten später stehen sie mit einer Playliste auf der Bühne, von der ich leider nur 4-5 Lieder kannte. Sicher habe ich zu viel von meiner Lieblingsplatte „Silent Cry“ erwartet, aber diese Platte ist nun mal die Beste. Jedes Lied ein Hammer.

Aber zuerst rede ich kurz von der Vorband mit dem Namen Elevator. Ich will nicht zu hart mit ihnen sein, aber für diese Jungs reicht es gerade mal zum Hessentag in Oberursel. Da wird die betrunkene Masse schon etwas an dem zu konturenlosen, weichgespülten Sound finden, auch wenn es nur die Texte sind, die man leicht mitsingen kann. Die Band hat aber auch leider alles falsch gemacht. Aufforderungen zum Mitklatschen sind mir persönlich zuwider. Entweder deine Musik rockt so, dass alle automatisch mitklatschen oder eben nicht. Und wenn ich 2 mal hintereinander gefragt werde, „ob es mir den gut geht“, bekomme ich Krampfanfälle. Wenn es mir nicht  gut gehen sollte, bleibe ich entweder zu Hause oder ich schmeiß mir so viele Aspirin ein, dass es mir gut gehen wird. Also was soll die Frage? Was wäre denn wenn ich „nein“ gesagt hätte. Wäre ich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen worden, um mit den 3 darüber zu sprechen? Ich vergaß zu erwähnen, dass die 3 aus Deutschland kommen.

Feeder haben alles richtig gemacht, ausser das sie zu wenig von „Silent Cry“ gespielt haben. Der Sänger quatscht nicht viel, und das was er sagt, wirkt extrem sympathisch. Die Lieder haben für ihre Verhältnisse gut gerockt, auch wenn es manchmal etwas mehr hätte sein können. Ein kleinen musikalischen Ausrutscher gab es gleich beim zweiten oder dritten Lied, aber das verzeiht man ja irgendwie jedem. Dafür haben sie ihre Playliste für einen esktatischen Fan in der ersten Reihe verlassen und einen Track vom ersten Album gespielt. Der Drummer, der ja nach dem Tod des ersten Drummer neu in der Band ist, hatte dieses Lied noch nie gespielt. Dafür hat er seine Sache extrem gut gemacht. „Buck Roger“ spielen sie wohl nur in Deutschland, weil wir wohl die einzigen sind, die es gut finden.

Wie schon gesagt, mir fehlten 10-15 Songs, aber der Rest war ziemlich gut.  (Lemmy)

BEWERTUNG: 8/10

www.feederweb.com